Oodnadatta Track

Abmarsch um 7 Uhr morgens. Es regnet leicht als ich als letzte der Gruppe aufglesen werde. 13 Australier und ich als einziger non-Aussie. Zuerst geht es in einem Rutsch durch bis Port Augusta (ca. 300 km). Stop um Wasser aufzunehmen (170 Liter) + kleiner Snack. Es regnet immer stärker. Wir sind in 3 Landcruisern unterwegs. Kurzinfo: d.h. ca. 3000 kg Leergewicht, 4.2 Liter 6 Zylinder, bis zu 130 Liter Tank, 4 WD. Einer davon hat auch noch einen großen Anhänger (=Küche, Wasser, Vorräte). Mittagessen sehr spät, dafür aber ein grandioses Chicken-Sandwich. Kurz vor Roxby-Downs, dann das erste Camp. Alles schön trocken und wir sind am Rand des Lake Mary auf Sanddünen gebettet. Großes Lagerfeuer mit Abendessen, Wein und Palaver. Finde mein Zelt fast nicht mehr wieder in der Dunkelheit.


Um 6 Uhr fängt es zu Regnen an. Ich pack schnell meine Sachen. Es wird immer schlimmer. Bei heftigen Regenfällen gibts Frühstück unter einer Plane. Danach Aufbruch bei strömendem Regen. Beim Olympic Dam (Kupfer-und Uranmine) kurze Instruktion durch einen der Ökologen, die hier für die Überwachung der Auswirkungen der Mine verantwortlich sind. Merke Katzen = Killer. Birdsville Road ist gesperrt (zu muddy), daher vorgezogenes Mittagessen. Danach fahren wir trotzdem los. Tw. recht schlammig. Der Anhänger schlingert kräftig in der Gegend herum. Als wir auf den Oodnadatta Track treffen, wird abgestimmt. Entweder Camp auf dem South Eyre Salzsee mit der Gefahr bei Regen komplett abzusaufen oder nach William Creek. Knappe 6:7 Entscheidung für WC. Kurz an den Rand von South Lake Eyre. Wir sind 12 m unter Meeresniveau und der Boden ist mit einer 30 cm Salzkruste überzogen. Der North Lake Eyre ist 8.500 km2 groß (= 1/10 von Österreich). Weiter nach W.C., es schüttet tw. - ein Sieg der Demokratie also. Ein Tiefdruckgebiet zieht hier durch und wird wohl auch noch morgen unser Begleiter sein. Obwohl wir hier ca. 250 km vom nächsten Ort entfernt sind kann man hier stündlich die neuesten Wettersatteliten-Bilder abfragen. Soviel zu australischen Telecom Standards. Vor dem William Creek Pub parken neben ein paar 4WDs noch 3 Flugzeuge, wir werden notdurftig in 3 alten Campern untergerbracht. Hauptsache trocken. Abendessen Fisch+Wein - lecker .


Ziemlich kurze Nacht. Wir schlafen zu dritt in einem halb verfallenen Camper und Jim schnarcht, daß die Wände wackeln. Dafür erst um 8 aufgestanden - sonst Frühstück bei Sonnenaufgang also kurz nach 6. Duschen (fast) im Freien bei vielleicht 10 Grad. Als ich vom Duschen zurück zu unseren Auto geh kreuzt gerade eine Cessna meine Weg. 2 kurze Rundflüge über den North Lake Eyre sind angesagt 2 mal 3 Passagiere. Darum wird erst um 10 Uhr aufgebrochen. Gleich nach 50 km gibts den ersten Reifenschaden. Jims rechter Hinterreifen ist total im Eimer. Schnell drehen wir um (Hilferuf über Funk) und helfen beim Reifenwechsel. Verdammt schwer so einen 3 Tonner plus Fracht hochzukurbeln. Gerade als der neue Reifen raufgesteckt wird rutscht der Wagenheber weg und der Cruiser kracht runter. Nix passiert. Mit dem 2. Jack kommt der Wagen schnell wieder auf die Beine. Mittagessen bei der längsten (Eisenbahn-) Brücke in S.A.. Über Royal Flighing Doctor Radio kommt die Meldung, daß Lady Di vor 1 1/2 Stunden bei einem Autounfall getötet wurde. Manche Nachrichten verbreiten sich eben sehr sehr schnell. Gibt einige Diskussionen unter den Aussies. Vor ein paar Tagen hat das australische Parlament eine Volksabstimmung über die Frage "Soll Australien Republik werden?" für nächstes Frühjahr angesetzt. Wir erreichen Oodnadatta, die letzte Stadt für die nächsten 5 Tage bzw. 800 km. Allgemeiner Refill. Kurzes 1 A$ Telephonat mit Wien. Camp einige km weiter (ca. 1 Stunde) im Desert. Leichter Wind, hoffentlich trocken die Zelte. Tai-Food zum Abendessen.


Kurz nach dem Schlafengehen fängt es an zu Schütten. Das Zelt leckt und ich muß mich Stunde um Stunde immer mehr in ein Eck zurückziehen. Ab ca. 4 Uhr hört der Regen auf, trotzdem schwimmt alles (tw. 2 cm Wasser im Zelt). Um 6 Uhr wird aufgestanden. Das Camp ist ein einziges Schlammloch und es fängt schon wieder an zu Regnen. Nach Beratung fahren wir zurück in Richtung Oodnadatta. Nach ein paar km kriegen wir Funkkontakt mit dem Pink Road House in Oodnadatta und ein Wetterbericht wird angefordert. Wir warten auf offener Strecke, als das Wetter auf einmal aufklart. Sonnenschein! Wir drehen wieder um und fahren zur Hamilton Cattle Station (Farm im Outback). Dort gibts Lunch und die Zelt, Swags, Kleidung, usw. werden zum trocken aufgehängt. Hamilton hat ca. 2.500 Rinder. Zum Vergleich Anna Creek, die flachenmäßig größte Station der Welt (in der Nähe von William Creek), hat 10.000 Rinder. Ich krieg verdammte Zahnschmerzen und muß einen Painkiller einwerfen. Hoffentlich wirds besser, der nächste Zahnarzt ist vielleicht 8 Tagesreisen entfernt. Nach dem Mittagessen fahren wir noch ein Stück bis zu den Dalhousie Springs (heißen Quellen). Auf dem Weg dorthin betreten wir den W??? National Park, in dem wir für die nächsten paar 100 km bleiben werden. Die Hauptquelle ist ungefähr 38 Grad warm und verleitet natürlich zu einem Bad im natürlichen Pool. Nach dem Baden und Pasta zum Abendessen kommen die verdammten Zahnschmerzen wieder, während die Dingos (Wildhunde) beim Schlafengehen das Lager umringen.


Mehr und größere Photos gibts vom Oodnadatta Track.

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Last Updated: 2004-10-03